„BNE muss zuerst in den Köpfen und den Lebensweisen verankert sein, damit Veränderung passieren kann. BNE ist auch ein Stück Leidenschaft.“ (Kerstin Strack, Lehrerin IGS Erwin Fischer)

Seit Beginn des Modellversuchs haben wir viel erreicht. Zwischenzeitlich hatten wir einige große Meilensteine zu meistern, schwierige bedingt durch die Corona-Pandemie und schöne wie unser neues Schulgebäude. Den kompletten Schulneubau im Jahr 2019 nahmen wir zum Anlass, die Schule neu zu gestalten. So erhielten wir eine größere Fläche zum Anlegen eines Schulgartens. Hier konnten wir Hochbeete, zusätzliche Bepflanzungsflächen und ein stabiles Gartenhaus anlegen.

Mit Hilfe der GemüseAckerdemie waren wir in der Lage diese Flächen zum Leben zu erwecken.

Im Zuge dessen erweiterten wir unsere Kurse zum Handeln, Erleben und Entdecken (HEE). Seit dem Schuljahr 2019/2020 arbeiten sowohl Schüler:innen der Klassenstufe 7 und 8 in den Kursen. Innerhalb der Kurse versuchen wir eine Vernetzung im Sinne von BNE zu gestalten und einen Wirtschaftskreislauf zu simulieren. Das heißt, dass die Schüler:innen den Anbau der Lebensmittel bis hin zur Produktion begleiten.

 

Außerdem sammeln sie Erfahrungen im praktischen Handeln, in handwerklichen, medialen und den hauswirtschaftlichen Bereichen.

Berufsorientierung wird bei uns bereits ab Klassenstufe 8 intensiv gelebt. Die Schüler:innen suchen nicht nur Betriebe auf, in denen sie durch Praktika erste Praxiserfahrungen sammeln können. Die Schüler:innen arbeiten in den Klassenstufen 9 und 10 auch im Wahlpflichtkurs Verantwortung in verschiedensten schulinternen und schulexternen Bereichen. Sie nehmen außerdem an verschiedenen Projekten und Veranstaltungen zum Thema Berufsfrühorientierung teil.

Der Ausbau des Wahlpflichtunterrichts fand im Zuge dessen ebenfalls statt. So hat es die Schule durch das Engagement einzelner Lehrkräfte geschafft, eine eigene Imkerei zu gründen.

Seit dem Jahr 2020 arbeitet die Schule in Kooperation mit einer Theaterpädagogin und den Soroptimisten. Dieses Projekt im Rahmen von Kultur macht stark soll die Selbstbestimmung, insbesondere mit Hinblick auf die Stärkung der Geschlechterrollen fördern.

 

Die Begleitung von künstlerischen Projekten hat durch den Schulneubau und den Modellschulversuch einen höheren Stellenwert erhalten. So soll die Schule durch ein eigens für sie entworfenes Kunstwerk im sozialen Raum Schönwalde sichtbar gemacht und in die Infrastruktur integriert werden.

Aufgrund des Standortes haben wir 2017 das Familienklassenzimmer eingeführt. Hier arbeiten Schüler:innen und Eltern in Kleingruppen an der Beziehung untereinander und an der Beziehung zur Institution Schule. Im Schuljahr 2020/21 wurde dieses Projekt ausgeweitet. Unter wissenschaftlicher Begleitung gibt es nun zwei Tage, an denen das Familienklassenzimmer unter der didaktischen Leitung unterstützend vom Schulsozialarbeiter durchgeführt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt der Schule liegt beim Sport. Die Sportklassen fahren jedes Jahr in Sportcamps, in denen sie neue Sportarten entdecken und das Wir-Gefühl stärken. Unabhängig davon steht Bewegung und körperliche Fitness auch in den anderen Klassen im Mittelpunkt. Sei es das alljährlich stattfindende Wasserwanderlager, das Skilager, das Wasserskilager oder andere sportliche Aktivitäten. Bei Wandertagen und Exkursionen versuchen wir vermehrt den BNE-Gedanken bei der Auswahl der Beförderungsmittel und der Ausflugsziele zu berücksichtigen. Dies gilt auch für Klassen- und Projektfahrten.

Außerdem finden regelmäßige Feste und Projekte mit BNE-Charakter statt.

Im Vordergrund steht hier die ganzheitliche Bildung sowohl im sozialen, als auch im fachlich-methodischen Bereich. Über BNE sind unsere Projekte verstärkt mit dem Fokus auf Klima- und Umweltschutz ausgerichtet. Seit kurzem beschäftigen wir uns mit nachhaltiger und gesunder Schulspeisung und versuchen auch in diesem Bereich Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Seit dem Schuljahr 2021/22 ist unsere Schule eine von vier Schulen in MV die an der Initiative Schule macht stark teilnimmt. In einem Zeitraum von 10 Jahren sollen die bestmöglichen Bildungschancen für sozial-benachteiligte Schüler:innen mit Hilfe der Kultusminister Konferenz sichergestellt werden.

BNE ist so vielfältig und wird nicht von heute auf morgen etabliert. Es ist ein Prozess, der ein Umdenken in den Lebensgewohnheiten erfordert, sich aber lohnt!